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Sich einfach mal treiben lassen
Urlaub am Toten Meer macht gesund und schön, denn seinem Wasser sagt man heilende Wirkung nach. Doch der Salzsee verdunstet
Die trockene Luft riecht würzig, das Tote Meer ist vollkommen still, beinahe träge und meditativ. Wenn man sich irgendwo treiben lassen kann, dann hier. Das Wasser ist warm wie in der Badewanne und fühlt sich an wie Öl auf der Haut - und es trägt den Menschen, ohne dass er sich im Geringsten bewegt. "Weder Mensch noch Tier können darin sinken", notierte schon Aristoteles. Und nicht nur das: Wer versucht, mit den Beinen stetig unter Wasser zu bleiben, scheitert. Wegen des extrem hohen Salzgehaltes ist der Auftrieb so groß, dass die Füße unweigerlich an die Oberfläche schnellen.Das Tote Meer ist der tiefste Punkt auf der Erde, knapp 400 Meter liegt es unter dem Meeresspiegel. Mit 1000 Quadratkilometern Fläche ist es doppelt so groß wie der Bodensee, umgeben von der Wüste Negev und den zerklüfteten Bergen des Moab, von deren Gipfeln herab Moses das Gelobte Land sah. Je nach Sonnenstand wechselt die Farbe der Höhenzüge zwischen Sandbeige und Feuerrot. Diese besondere Lage bestimmt das einmalige Klima: mehr als 300 Sonnentage im Jahr, die niedrigsten Temperaturen im Winter liegen bei 15 Grad, während es im Sommer bis 50 Grad heiß wird. Milde Winde wehen morgens vom Toten Meer in Richtung Negev-Wüste und kehren abends zurück.Seit die Kontinentalverschiebung vor etwa zwei Millionen Jahren das Tote Meer vom Mittelmeer trennte, sorgt die Verdampfung des Wassers für stetig steigenden Salzgehalt. Heute sind es fast 30 Prozent - etwa zehnmal so viel wie im Atlantik. Zudem schaffen unterirdische Mineralquellen eine einmalig hohe Konzentration von Mineralien und Spurenelementen. Wissenschaftler sagen, dass ein Liter Wasser hier mehr als 400 Gramm Mineralien enthält.Das Tote Meer ist ein natürliches Kurgebiet. Dem hohen Salzanteil ist es zu verdanken, dass schon das bloße Liegen auf dem Wasser den Körper entlastet und Rücken und Gelenke wohltuend entspannt. Hierher kommen Kurgäste aus aller Welt, um Haut, Lunge, Knochen, Gelenke und die Seele zu heilen. Sogar das Sonnenbaden bleibt am Toten Meer ohne Reue, denn dank der tiefen Lage des Sees besteht geringere Sonnenbrandgefahr. Die schädlichen kurzwelligen UVB-Strahlen werden von dem Schleier, der dank der hohen Verdunstung über dem See liegt, gefiltert, so dass nur die langwelligen UVA-Strahlen zum Seeufer hinuntergelangen.Schon im Altertum wurde das Tote Meer aus medizinischen Gründen geschätzt. Die Mamelucken brauten daraus "Tiriak", ein Mittel gegen Schlangenbisse. Zusammen mit Fischöl wurde die Masse als Antibiotikum verwandt. Herodes ließ sich das beißende Wasser und den Schwefel der Quellen in seine Paläste bringen. Und die Legende sagt, dass Kleopatra eine Hautkrankheit gehabt habe, weshalb sie regelmäßig sowohl in Milch wie im Toten Meer badete. |
Artikel weiterlesen: http://www.welt.de/welt_print/article128...iben_lassen.htm
Quelle: welt.de
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22.10.2007 12:44 |
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