Redaktion
Ernährung – ein Auslöser für Attacken?
von Anja Dannenberg
Wird durch den Genuss von Käse, Rotwein, Schokolade oder Hot Dogs Migräne ausgelöst? Hierüber streiten sich die Experten seit langem. Doch mittlerweile wird ein direkter Zusammenhang immer zweifelhafter. Als auslösende Faktoren von Migräne-Attacken werden Nahrungsmittel überschätzt, so die Ansicht von Experten bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Von vielen Experten wird allerdings vermutet, dass ein bestimmtes Essverhalten, z. B. die Lust auf Süßes, bereits ein Symptom der Migräneattacke ist. Ansonsten gibt es wenig handfeste Studienergebnisse, denn vielen Untersuchungen wurden Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung nachgewiesen. Der Forschungsbedarf ist also nach wie vor sehr groß.
„Migräne-Diät“ hilft selten
Es gibt keine Nahrungsmittel, die man generell meiden sollte, um Migräne-Attacken vorzubeugen. Auch eine spezielle Diät kann die Migräne sicher nicht heilen. Bei einigen Patienten konnten allerdings in aufwendigen Tests unter ärztlicher Betreuung einzelne Lebensmittel aus Auslöser identifiziert werden. Dafür mussten die Patienten über Monate hinweg ein Ernährungstagebuch führen und werteten die Ergebnisse dann gemeinsam mit einem Arzt aus.
Beachtet werden muss bei der Interpretation: Zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und der Attacke liegen meist mehrere Stunden. Es muss ausgeschlossen werden, dass ein anderer Faktor Auslöser der Schmerzen ist. Es kann allerdings sogar sein, dass die entsprechenden Lebensmittel nur dann zum Auslöser werden, wenn andere reizende Faktoren hinzukommen.
Reizende Lebensmittel
Nachdem die identifizierten Lebensmittel aus dem Speiseplan gestrichen wurden, nahmen die Beschwerden bei einigen Betroffenen quantitativ ab. Genussmittel wie Kaffee, Tee und Alkohol beispielsweise verursachen bei manchen Patienten die quälenden Schmerzen. So genannte biogene Amine, stickstoffhaltige Ab- und Umbauprodukte von Eiweiß, werden ebenso häufig als Auslöser gehandelt. Sie kommen hauptsächlich in lang gereiften Produkten wie Käse oder Salami vor. Auch eiskalte Speisen und Getränke kommen in Frage, durch den Kälte-Schock wird der Trigeminus-Hirnnerv gereizt. Manchen Patienten helfen eiskalte Getränke allerdings auch.
Durch eine fleischreiche, fette Kost und gleichzeitig wenig Ballaststoffe auf dem Speiseplan wird der Darm belastet, die Darmpassage des Darminhaltes erfolgt dann oft sehr langsam. Auch das kann hin und wieder Kopfweh und Migräne verursachen.
All diese Faktoren kann man aber nicht grundsätzlich als Auslöser für Migräne-Attacken bewerten. In der Regel handelt es sich nur um einzelne Patienten, die darauf reagieren.
Glutamat – für die meisten kein Problem
Einige Experten meinen, dass auch der Verzehr von Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen bei einigen Menschen zu Problemen, auch zu Migräne-Attacken führen können. Bei dem Geschmacksverstärker Glutamat handelt es sich um Salze der Aminosäure Glutaminsäure. Für die Verwendung in Lebensmitteln sind sechs Glutaminsäureverbindungen als Zusatzstoffe zugelassen. Diese sind auch unter den E-Nummern E 620 bis E 625 gekennzeichnet.
Zu finden ist Glutamat natürlicherweise in vielen Lebensmitteln. Über die Nahrung nehmen wir somit bei normaler Mischkost täglich Glutamat auf. Glutamat übernimmt im menschlichen Organismus wichtige Funktionen bei der Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen im Gehirn. Bei normaler oder sogar glutaminsäurereicher Ernährung ist bei gesunden Menschen allerdings kein schädigender Einfluss zu erwarten, das bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Wer aber auf Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe & Co. empfindlich reagiert, sollte besser die Finger von Fertiggerichten lassen. Sie enthalten meist unzählige Zusatzstoffe. Um Risiken zu mindern, sollte man sich als Betroffener am besten seine Speisen aus frischen Zutaten selbst zubereiten und auf Vorgefertigtes verzichten.
Gesund essen
Auf einzelne Lebensmittel vorsorglich ganz zu verzichten ist in der Regel überflüssig. Außerdem schränkt es den Lebensstil enorm ein. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf den ganzen Körper aus. Natürlich gibt es keine Garantie für eine Besserung oder sogar einen Heilungserfolg durch eine Umstellung auf eine vollwertige Kost. Da sich das allgemeine Wohlbefinden dadurch aber erheblich steigern kann, ist es sicher einen Versuch wert.
Wir empfehlen eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Die wertvollen Inhaltsstoffe sind in den jahreszeitlich angebotenen Obst- und Gemüsesorten aus der Region in hoher Dosierung enthalten. Für gesundes Kochen sind sie geradezu ideal.
Neben dem Verzehr von reichlich Ballaststoffen wird von einigen Wissenschaftlern besonders auf die ausreichende Versorgung mit Magnesium, B-Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren hingewiesen.
In Studien wurde herausgefunden, dass Migräne-Patienten häufig eine Unterversorgung an diesen Stoffen aufwiesen.
Unvorhergesehene Stressfaktoren sollten von Betroffenen so weit es geht gemieden werden. Regelmäßige Mahlzeiten sind daher wichtig. Am besten man isst jeden Tag fünf bis sechs leichtere Mahlzeiten. So bleibt der Blutzuckerspiegel über den Tag einigermaßen konstant.
Trinken nicht vergessen
Auf keinen Fall sollte man das Trinken vergessen! Ernährungsexperten empfehlen gesunden Erwachsenen - je nach körperlicher Aktivität - ungefähr 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit am Tag aufzunehmen. Etwa ein Drittel davon wird durch die Flüssigkeit gedeckt, die in Speisen enthalten ist. Den Rest müssen wir in Form von Getränken zu uns nehmen.
Als echten Durstlöscher trinkt man aber am besten Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen oder ungesüßten Tee.
Belasteter Magen
Während eines Migräneanfalls sind die Bewegungen des Magen-Darm-Traktes gestört, teilweise arbeitet der Magen gar nicht mehr. Folge ist Appetitlosigkeit oder auch starke Übelkeit. Deshalb werden Medikamente teilweise gar nicht mehr aufgenommen. Jeder Migräne-Patient muss selber herausfinden, was ihm oder ihr vor, während und nach dem Anfall gut tut. Wichtig ist dabei: man sollte wirklich auf den Körper "hören" und nicht aus "Vernunft" Dinge essen, die einem gar nicht gut tun.
Quelle: www.wdr.de
von Anja Dannenberg
Wird durch den Genuss von Käse, Rotwein, Schokolade oder Hot Dogs Migräne ausgelöst? Hierüber streiten sich die Experten seit langem. Doch mittlerweile wird ein direkter Zusammenhang immer zweifelhafter. Als auslösende Faktoren von Migräne-Attacken werden Nahrungsmittel überschätzt, so die Ansicht von Experten bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Von vielen Experten wird allerdings vermutet, dass ein bestimmtes Essverhalten, z. B. die Lust auf Süßes, bereits ein Symptom der Migräneattacke ist. Ansonsten gibt es wenig handfeste Studienergebnisse, denn vielen Untersuchungen wurden Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung nachgewiesen. Der Forschungsbedarf ist also nach wie vor sehr groß.
„Migräne-Diät“ hilft selten
Es gibt keine Nahrungsmittel, die man generell meiden sollte, um Migräne-Attacken vorzubeugen. Auch eine spezielle Diät kann die Migräne sicher nicht heilen. Bei einigen Patienten konnten allerdings in aufwendigen Tests unter ärztlicher Betreuung einzelne Lebensmittel aus Auslöser identifiziert werden. Dafür mussten die Patienten über Monate hinweg ein Ernährungstagebuch führen und werteten die Ergebnisse dann gemeinsam mit einem Arzt aus.
Beachtet werden muss bei der Interpretation: Zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und der Attacke liegen meist mehrere Stunden. Es muss ausgeschlossen werden, dass ein anderer Faktor Auslöser der Schmerzen ist. Es kann allerdings sogar sein, dass die entsprechenden Lebensmittel nur dann zum Auslöser werden, wenn andere reizende Faktoren hinzukommen.
Reizende Lebensmittel
Nachdem die identifizierten Lebensmittel aus dem Speiseplan gestrichen wurden, nahmen die Beschwerden bei einigen Betroffenen quantitativ ab. Genussmittel wie Kaffee, Tee und Alkohol beispielsweise verursachen bei manchen Patienten die quälenden Schmerzen. So genannte biogene Amine, stickstoffhaltige Ab- und Umbauprodukte von Eiweiß, werden ebenso häufig als Auslöser gehandelt. Sie kommen hauptsächlich in lang gereiften Produkten wie Käse oder Salami vor. Auch eiskalte Speisen und Getränke kommen in Frage, durch den Kälte-Schock wird der Trigeminus-Hirnnerv gereizt. Manchen Patienten helfen eiskalte Getränke allerdings auch.
Durch eine fleischreiche, fette Kost und gleichzeitig wenig Ballaststoffe auf dem Speiseplan wird der Darm belastet, die Darmpassage des Darminhaltes erfolgt dann oft sehr langsam. Auch das kann hin und wieder Kopfweh und Migräne verursachen.
All diese Faktoren kann man aber nicht grundsätzlich als Auslöser für Migräne-Attacken bewerten. In der Regel handelt es sich nur um einzelne Patienten, die darauf reagieren.
Glutamat – für die meisten kein Problem
Einige Experten meinen, dass auch der Verzehr von Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen bei einigen Menschen zu Problemen, auch zu Migräne-Attacken führen können. Bei dem Geschmacksverstärker Glutamat handelt es sich um Salze der Aminosäure Glutaminsäure. Für die Verwendung in Lebensmitteln sind sechs Glutaminsäureverbindungen als Zusatzstoffe zugelassen. Diese sind auch unter den E-Nummern E 620 bis E 625 gekennzeichnet.
Zu finden ist Glutamat natürlicherweise in vielen Lebensmitteln. Über die Nahrung nehmen wir somit bei normaler Mischkost täglich Glutamat auf. Glutamat übernimmt im menschlichen Organismus wichtige Funktionen bei der Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen im Gehirn. Bei normaler oder sogar glutaminsäurereicher Ernährung ist bei gesunden Menschen allerdings kein schädigender Einfluss zu erwarten, das bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Wer aber auf Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe & Co. empfindlich reagiert, sollte besser die Finger von Fertiggerichten lassen. Sie enthalten meist unzählige Zusatzstoffe. Um Risiken zu mindern, sollte man sich als Betroffener am besten seine Speisen aus frischen Zutaten selbst zubereiten und auf Vorgefertigtes verzichten.
Gesund essen
Auf einzelne Lebensmittel vorsorglich ganz zu verzichten ist in der Regel überflüssig. Außerdem schränkt es den Lebensstil enorm ein. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf den ganzen Körper aus. Natürlich gibt es keine Garantie für eine Besserung oder sogar einen Heilungserfolg durch eine Umstellung auf eine vollwertige Kost. Da sich das allgemeine Wohlbefinden dadurch aber erheblich steigern kann, ist es sicher einen Versuch wert.
Wir empfehlen eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Die wertvollen Inhaltsstoffe sind in den jahreszeitlich angebotenen Obst- und Gemüsesorten aus der Region in hoher Dosierung enthalten. Für gesundes Kochen sind sie geradezu ideal.
Neben dem Verzehr von reichlich Ballaststoffen wird von einigen Wissenschaftlern besonders auf die ausreichende Versorgung mit Magnesium, B-Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren hingewiesen.
In Studien wurde herausgefunden, dass Migräne-Patienten häufig eine Unterversorgung an diesen Stoffen aufwiesen.
Unvorhergesehene Stressfaktoren sollten von Betroffenen so weit es geht gemieden werden. Regelmäßige Mahlzeiten sind daher wichtig. Am besten man isst jeden Tag fünf bis sechs leichtere Mahlzeiten. So bleibt der Blutzuckerspiegel über den Tag einigermaßen konstant.
Trinken nicht vergessen
Auf keinen Fall sollte man das Trinken vergessen! Ernährungsexperten empfehlen gesunden Erwachsenen - je nach körperlicher Aktivität - ungefähr 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit am Tag aufzunehmen. Etwa ein Drittel davon wird durch die Flüssigkeit gedeckt, die in Speisen enthalten ist. Den Rest müssen wir in Form von Getränken zu uns nehmen.
Als echten Durstlöscher trinkt man aber am besten Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen oder ungesüßten Tee.
Belasteter Magen
Während eines Migräneanfalls sind die Bewegungen des Magen-Darm-Traktes gestört, teilweise arbeitet der Magen gar nicht mehr. Folge ist Appetitlosigkeit oder auch starke Übelkeit. Deshalb werden Medikamente teilweise gar nicht mehr aufgenommen. Jeder Migräne-Patient muss selber herausfinden, was ihm oder ihr vor, während und nach dem Anfall gut tut. Wichtig ist dabei: man sollte wirklich auf den Körper "hören" und nicht aus "Vernunft" Dinge essen, die einem gar nicht gut tun.
Quelle: www.wdr.de