Ernährungstipps Bluthochdruck und Gallensteine - Krank durch Ärger?

Redaktion
Wenn der Magen "sauer" ist: Was kann man jetzt noch essen?


von Anja Dannenberg



Außer Hektik, Fast Food, Zigaretten und Alkoholkonsum kann vor allem Ärger auf den Magen schlagen. Ergebnis: der "Reizmagen" mit den typischen Beschwerden wie Völlegefühl, Druck und Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit bis hin zum Erbrechen und Sodbrennen. Der Magen rebelliert, ohne dass krankhafte Veränderungen des Organs nachgewiesen werden können. Die Ursachen sind bei der Mehrzahl der Fälle also nicht organischen Ursprungs. Psychische Belastungen scheinen die Entwicklung eines Reizmagens zu begünstigen und verstärken dessen Symptome.

Der Magen ist über das Gehirn und seine Nervenbahnen direkt am Gefühlsleben beteiligt. Man nimmt an, dass der Vagus-Nerv den Magen bei Ärger und Stress in erster Linie zur vermehrten Produktion von saurem Magensaft anregt. In selteneren Fällen kommt es auch zu einer verminderten Säureproduktion und eine Trägheit der Magenmuskulatur. Insgesamt können die Magenbewegungen und funktionen durch einen hektischen, unausgeglichenen Lebenswandel negativ beeinflusst werden. Bei vielen wird sogar die Magenschleimhaut angegriffen.

Auf keinen Fall sollte man über einen längeren Zeitraum hinweg den Ärger, Frust oder schwere Konfliktsituationen einfach "hinunterschlucken". Belastende Lebensumstände sollten in schweren Fällen auch mit ärztlicher oder psychologischer Hilfe bewältigt werden.


Magenfreundliche Ernährungstipps


Früher wurde Patienten mit der Diagnose "Reizmagen" gern die sogenannte Schonkost verschrieben. Sie besteht in der Regel aus Haferschleim und Gemüsebrühe mit Zwieback. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute wird eine leichte Vollkost verordnet, die vollen Genuss und die ausreichende Zufuhr an allen wichtigen Nähstoffen gewährleistet. Befolgt man diese Ratschläge, dann kann man seinen sauren Magen wieder freundlicher stimmen:

Belastungen und Stress beim Essen reduzieren, statt dessen sollte man sich Zeit nehmen zum Essen und dabei entspannen. Die Mahlzeiten nicht im Stehen oder gar im Gehen hinunterschlingen. Auch wenn die Zeit knapp ist man kann auch Gewohnheiten ändern und den Mahlzeiten mehr Aufmerksamkeit widmen. Das tut nicht nur der Gesundheit gut, sondern kann den trockenen Alltag viel genussvoller machen.
Die Speisen langsam und genüsslich kauen förmlich auf der Zunge zergehen lassen, die Verdauung beginnt nämlich schon im Mund. Kleine Bissen liegen nicht wie ein Kloß im Magen, außerdem wird die Verdauung im Magen/Darm erleichtert. Riechen Sie doch einmal an den Speisen, schmecken Sie die Vielfalt der Gewürze und Kräuter und kauen Sie genüsslich.
Auf Alkohol in jeglicher Form, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, schwarzen Tee sowie frisch gepresste Säfte aus Zitrusfrüchten sollte man auch wenns schwer fällt über mehrere Wochen hinweg verzichten.
Viele kleine Mahlzeiten einnehmen und nicht wenige große, der Magen sollte also entlastet werden, aber nicht leer sein.
Schwer verdauliche, fette Lebensmittel meiden. Gewöhnen Sie sich an fettarme und gleichzeitig nährstoffschonende Garmethoden wie Dünsten im Dampfkochtopf oder einfach mit einem Dünsteinsatz, Garen in Alufolie, im Tontopf, Grillen oder Kurzbraten in der Pfanne. Achtung: Panaden saugen sich häufig mit Fett voll!
Beim Binden von Saucen sorgen mitgegartes und zum Schluss püriertes Gemüse oder eine zerdrückte Kartoffel für Sämigkeit, Geschmack und nur wenig Fettgehalt - besser als das abschmecken mit viel Sahne oder Butter-Mehl-Schwitze.
Auf stark gewürzte Speisen sollte man besser verzichten.
Decken Sie ihren Eiweißbedarf nicht nur mit Fleischbergen, auch Fisch, Getreideerzeugnisse, Milchprodukte und Hülsenfrüchte enthalten reichlich davon.
Säurearmes Obst wie Bananen oder Birnen und frische Gemüse stehen täglich auf dem Speiseplan.
Mehr Ballaststoffe und Kohlenhydrate verzehren. Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind vielseitig einsetzbar und bereichern am besten immer öfter die Mahlzeiten.
Viel stilles Wasser trinken, möglichst natriumarm.
Extrem kalte oder auch sehr heiße Speisen meiden.
Auf welche Lebensmittel Ihr Magen empfindlich reagiert, müssen Sie durch ausprobieren selbst herausfinden, da gibt es nämlich große individuelle Unterschiede. Lebensmittel, die häufig Probleme machen sind beispielsweise Gurken, Kohlsorten, Paprika, Pommes frites, hart gekochte Eier, frisches Hefegebäck oder Brot, Räucherfisch, Mayonnaise, Kaffee.

Auch allergische Unverträglichkeiten gegen Milchprodukte, Ei und bestimmte Obstsorten können die Symptome eines Reizmagens hervorrufen.


Lindernde Kräuter


Kamille, Salbei, Löwenzahn, Schafgarbe, beispielsweise in Form von Dragees, Tropfen oder Tee, können die Beschwerden des Verdauungstraktes lindern und den Appetit anregen.

Bei Übelkeit, Brechreiz oder Völlegefühl können Kümmel, Anis und Fenchel zur Beschleunigung der Magenentleerung beitragen. Fenchelsamen haben eine schleimlösende und krampfstillende Wirkung. Die darin enthaltenen ätherischen Öle (Anethol und Fenchon) beeinflussen die Bewegungen des Magens und des Darms und wirken so appetitanregend, verdauungsfördernd und krampflösend. Salbeiextrakte lösen Krämpfe an der glatten Muskulatur des Darms und der Gallenblase. Hauptverantwortlich hierfür sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und ätherische Öle.


Schnelle Hilfe

Bei einem akuten Reizmagen mit starken Schmerzen sollte man in kleinen Portionen folgende Lebensmittel verzehren: Fettarme Milch, gekochtes, nicht blähendes Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Sie sind zur Säureregulation im Magen bestens geeignet. Außerdem viel Kräutertee (s.o.) und stilles Mineralwasser trinken.

Quelle: www.wdr.de