Redaktion
Ernährung – Schlüssel zur Gesundheit
Das Nahrungsmittelangebot war hierzulande noch nie so groß und vielfältig wie heute. Der Überfluss weckt ständig unseren Appetit und macht es anscheinend besonders schwer, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Und das hat Folgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Krebs, Gicht etc. treten immer häufiger auf. Nach Schätzungen von Experten verursachen ernährungsbedingte Gesundheitsstörungen in Deutschland jährlich schon mindestens 100 Milliarden Euro Kosten. Dennoch wird falsches Ernährungsverhalten - eine überreichliche und einseitige Lebensmittelauswahl - als Gesundheitsrisiko oft unterschätzt.
Ein Blick auf deutsche Teller
Obwohl der Fleischkonsum - wohl auch wegen der zahlreichen Skandale in den vergangenen Jahren - ein wenig gesunken ist und die Deutschen heute mehr Obst essen als noch vor zehn Jahren, ist ihre Ernährung in den Augen von Medizinern und Ernährungsexperten alles andere als gesund. Nach Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verzehren die Deutschen im statistischen Durchschnitt immer noch:
zu viel Energie (Kalorien)
zu viel Fleisch
tierisches Fett, Cholesterin, Proteine
zu viel Fett
zu viel Zucker
zu viel Alkohol
zu wenig Gemüse
zu wenig Ballaststoffe
Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Obst
zu wenig Seefisch (Jod)
zu wenig Mineralstoffe: Calcium, Magnesium, Eisen, Jod
zu wenig Vitamin D und E, Beta-Carotin und Folsäure
Kleine Änderungen - große Wirkung
Für unsere Gesundheit sind wir, so unbequem es auch sein mag, selbst verantwortlich. Und für das, was wir uns täglich auf den Teller laden auch. Erst wenn die überflüssigen Pfunde beginnen, auf die Seele zu drücken, oder sich die ersten Krankheitssymptome einstellen, sind die meisten Zeitgenossen bereit, ihre Ernährung umzustellen. Dann jedoch greifen viele gleich zu Radikalkuren und extremen Diäten, die der Gesundheit eher schaden als nützen. Kleine Änderungen im Ernährungsverhalten lassen sich eher vollziehen, und sie haben auf lange Sicht oft überraschend großen Erfolg.
In vielen Haushalten wird das Essen rund ums Fleisch geplant, ebenso in der Gastronomie. Ein Beispiel für ein Mittagessen: Ein dickes Kotelett mit Bratkartoffeln, Spargel und Sauce Hollandaise. Danach gibt es eventuell noch einen süßen, nährstoffarmen Pudding oder ein Eis zum Dessert.
So ein Essen ist kalorienreich, fettreich, ballaststoffarm, vitaminarm und bei Verwendung von Fertigsaucen oft auch salzreich. Besser wäre es, die Mahlzeit rund ums Gemüse zu planen. Eine leichte und leckere Alternative zu dem klassischen Gericht könnte so aussehen: Reichlich Spargel mit frischen Kräutern, dazu neue Kartoffeln, ein paar Streifen gegrilltes Schweinefilet und ein knackiger Salat. Das heißt: Mehr Gemüse, statt fettreicher Sauce frische Kräuter für den Geschmack, statt kalorienreicher Bratkartoffeln leichtere nährstoffreiche Pellkartoffeln, statt eines großen fettreichen Koteletts eine kleinere Portion mageres Schweinefilet und zusätzlich Rohkost in Form von Salat.
Zum Nachtisch und Zwischendurch empfiehlt sich immer mal wieder ein Apfel - nach dem Motto:
"An apple a day keeps the doctor away."
Die leichte Variante des klassischen Gerichts hat viele gesundheitliche Vorteile. Sie enthält:
mehr Ballaststoffe. Sie füllen Magen und Darm und beugen damit der weitverbreiteten Obstipation vor. Außerdem sättigen sie gut mit wenig Kalo rien. Mit ballaststoffreicher Ernährung kann man deshalb leicht das Gewicht halten oder sogar abnehmen. Für viele Menschen hierzulande sind erhöhte Blutfette und erhöhte Cholesterinspiegel ein Problem. Eine ballaststoffreiche Kost kann auch den Cholesterinspiegel senken. Ballaststoffe binden im Darm Gallensäuren an sich. Diese können dann leicht ausgeschieden werden und stehen nicht mehr für die körpereigene Cholesterinsynthese zur Verfügung. Auch auf die Blutzuckerwerte haben Ballaststoffe einen positiven Einfluss. Sie helfen, Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Dies ist gerade für die große Zahl der (Alters-)Diabetiker von Bedeutung.
mehr Vitamine und Mineralstoffe. Gemüse enthält in der Regel noch mehr Vitamine und Mineralstoffe als Obst. Die Deutschen sind leider sind in der Mehrzahl Gemüsemuffel. Um die Vitamine zu erhalten, sollte das Gemüse nur kurz mit wenig Wasser gegart werden. Es empfiehlt sich tägliche einen Teil auch als Rohkost zu verzehren. Die Vitamine im Gemüse spielen u. a. eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr und als Antioxidantien in der Krebsprophylaxe.
weniger tierisches Fett und Cholesterin. Kleinere Fleischportionen und die Auswahl fettärmerer Fleischsorten führen zu einer geringeren Aufnahme von Fett und Cholesterin. Das hilft Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Weniger Fleisch auf dem Speisezettel bedeutet auch eine geringere Aufnahme von Eiweiß und Purinen. Die Abbauprodukte der Purine können bei entsprechender Veranlagung die Entstehung von Gicht begünstigen.
mehr ungesättigte Fettsäuren. Während man mit tierischen Fetten eher sparsam umgehen sollte, ist der Verzehr von hochwertigen pflanzlichen Ölen durchaus empfehlenswert. Olivenöl und Rapsöl beispielsweise wirken durch ihre günstige Zusammensetzung und ihrem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren der Arteriosklerose entgegen.
Wer versucht, seinen Gemüseverzehr ein wenig zu steigern, öfter auch mal zu Rohkost zu greifen und die Fleischportionen zu verkleinern, kann alleine durch diese kleinen Änderungen im Ernährungsverhalten langfristig schon viel Positives für seine Gesundheit bewirken.
Quelle: www.wdr.de
Das Nahrungsmittelangebot war hierzulande noch nie so groß und vielfältig wie heute. Der Überfluss weckt ständig unseren Appetit und macht es anscheinend besonders schwer, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Und das hat Folgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Krebs, Gicht etc. treten immer häufiger auf. Nach Schätzungen von Experten verursachen ernährungsbedingte Gesundheitsstörungen in Deutschland jährlich schon mindestens 100 Milliarden Euro Kosten. Dennoch wird falsches Ernährungsverhalten - eine überreichliche und einseitige Lebensmittelauswahl - als Gesundheitsrisiko oft unterschätzt.
Ein Blick auf deutsche Teller
Obwohl der Fleischkonsum - wohl auch wegen der zahlreichen Skandale in den vergangenen Jahren - ein wenig gesunken ist und die Deutschen heute mehr Obst essen als noch vor zehn Jahren, ist ihre Ernährung in den Augen von Medizinern und Ernährungsexperten alles andere als gesund. Nach Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verzehren die Deutschen im statistischen Durchschnitt immer noch:
zu viel Energie (Kalorien)
zu viel Fleisch
tierisches Fett, Cholesterin, Proteine
zu viel Fett
zu viel Zucker
zu viel Alkohol
zu wenig Gemüse
zu wenig Ballaststoffe
Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Obst
zu wenig Seefisch (Jod)
zu wenig Mineralstoffe: Calcium, Magnesium, Eisen, Jod
zu wenig Vitamin D und E, Beta-Carotin und Folsäure
Kleine Änderungen - große Wirkung
Für unsere Gesundheit sind wir, so unbequem es auch sein mag, selbst verantwortlich. Und für das, was wir uns täglich auf den Teller laden auch. Erst wenn die überflüssigen Pfunde beginnen, auf die Seele zu drücken, oder sich die ersten Krankheitssymptome einstellen, sind die meisten Zeitgenossen bereit, ihre Ernährung umzustellen. Dann jedoch greifen viele gleich zu Radikalkuren und extremen Diäten, die der Gesundheit eher schaden als nützen. Kleine Änderungen im Ernährungsverhalten lassen sich eher vollziehen, und sie haben auf lange Sicht oft überraschend großen Erfolg.
In vielen Haushalten wird das Essen rund ums Fleisch geplant, ebenso in der Gastronomie. Ein Beispiel für ein Mittagessen: Ein dickes Kotelett mit Bratkartoffeln, Spargel und Sauce Hollandaise. Danach gibt es eventuell noch einen süßen, nährstoffarmen Pudding oder ein Eis zum Dessert.
So ein Essen ist kalorienreich, fettreich, ballaststoffarm, vitaminarm und bei Verwendung von Fertigsaucen oft auch salzreich. Besser wäre es, die Mahlzeit rund ums Gemüse zu planen. Eine leichte und leckere Alternative zu dem klassischen Gericht könnte so aussehen: Reichlich Spargel mit frischen Kräutern, dazu neue Kartoffeln, ein paar Streifen gegrilltes Schweinefilet und ein knackiger Salat. Das heißt: Mehr Gemüse, statt fettreicher Sauce frische Kräuter für den Geschmack, statt kalorienreicher Bratkartoffeln leichtere nährstoffreiche Pellkartoffeln, statt eines großen fettreichen Koteletts eine kleinere Portion mageres Schweinefilet und zusätzlich Rohkost in Form von Salat.
Zum Nachtisch und Zwischendurch empfiehlt sich immer mal wieder ein Apfel - nach dem Motto:
"An apple a day keeps the doctor away."
Die leichte Variante des klassischen Gerichts hat viele gesundheitliche Vorteile. Sie enthält:
mehr Ballaststoffe. Sie füllen Magen und Darm und beugen damit der weitverbreiteten Obstipation vor. Außerdem sättigen sie gut mit wenig Kalo rien. Mit ballaststoffreicher Ernährung kann man deshalb leicht das Gewicht halten oder sogar abnehmen. Für viele Menschen hierzulande sind erhöhte Blutfette und erhöhte Cholesterinspiegel ein Problem. Eine ballaststoffreiche Kost kann auch den Cholesterinspiegel senken. Ballaststoffe binden im Darm Gallensäuren an sich. Diese können dann leicht ausgeschieden werden und stehen nicht mehr für die körpereigene Cholesterinsynthese zur Verfügung. Auch auf die Blutzuckerwerte haben Ballaststoffe einen positiven Einfluss. Sie helfen, Blutzuckerspitzen zu vermeiden. Dies ist gerade für die große Zahl der (Alters-)Diabetiker von Bedeutung.
mehr Vitamine und Mineralstoffe. Gemüse enthält in der Regel noch mehr Vitamine und Mineralstoffe als Obst. Die Deutschen sind leider sind in der Mehrzahl Gemüsemuffel. Um die Vitamine zu erhalten, sollte das Gemüse nur kurz mit wenig Wasser gegart werden. Es empfiehlt sich tägliche einen Teil auch als Rohkost zu verzehren. Die Vitamine im Gemüse spielen u. a. eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr und als Antioxidantien in der Krebsprophylaxe.
weniger tierisches Fett und Cholesterin. Kleinere Fleischportionen und die Auswahl fettärmerer Fleischsorten führen zu einer geringeren Aufnahme von Fett und Cholesterin. Das hilft Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Weniger Fleisch auf dem Speisezettel bedeutet auch eine geringere Aufnahme von Eiweiß und Purinen. Die Abbauprodukte der Purine können bei entsprechender Veranlagung die Entstehung von Gicht begünstigen.
mehr ungesättigte Fettsäuren. Während man mit tierischen Fetten eher sparsam umgehen sollte, ist der Verzehr von hochwertigen pflanzlichen Ölen durchaus empfehlenswert. Olivenöl und Rapsöl beispielsweise wirken durch ihre günstige Zusammensetzung und ihrem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren der Arteriosklerose entgegen.
Wer versucht, seinen Gemüseverzehr ein wenig zu steigern, öfter auch mal zu Rohkost zu greifen und die Fleischportionen zu verkleinern, kann alleine durch diese kleinen Änderungen im Ernährungsverhalten langfristig schon viel Positives für seine Gesundheit bewirken.
Quelle: www.wdr.de