Redaktion
Wenn schon Solarium - dann richtig
Vor dem Urlaub möchten sich viele vorbräunen. Deshalb haben selbst im Sommer Solarien Hochkonjunktur. Dass viele Dermatologen vor dem künstlichen Vorbräunen in der Heimat warnen und darauf hinweisen, dass das Vorbräunen eher schadet als nützt, scheint den meisten dabei egal zu sein.
Für das Braunwerden durch natürliche Sonnenstrahlung ist sowohl UVA- als auch UVB-Licht verantwortlich. Der UVB-Anteil des Lichts ist für den Aufbau des natürlichen Sonnenschutzes verantwortlich. Gewöhnt man sich langsam an die Sonne, dann verdickt sich die Hornhaut (Lichtschwiele) und die Melaninproduktion kommt nach und nach in Gang. Übertreibt man es mit dem Sonnenbaden, dann verursachen die UVB-Strahlen einen Sonnenbrand. Zudem galten die UVB-Strahlen lange Zeit als alleinige Ursache für Hautkrebs.
Genau deshalb wurden in Sonnenbänken Röhren eingesetzt, bei denen der UVB-Anteil fast vollständig herausgefiltert wurde. Die Sonnenbrand-freundlichen Röhren produzierten fast ausschließlich UVA-Licht. Mittlerweile weiß man aber, dass UVA-Strahlen nicht nur die Haut älter machen, sondern auch an der Hautkrebsentstehung beteiligt sind. Sie dringen tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlen und sie können im Solarium nur dann braun machen, wenn ihr Anteil weit über dem natürlichen UVA-Gehalt der Sonne liegt. Bei manchen Geräten ist dieser Anteil um das 10- bis 15-fache erhöht.
Viele Dermatologen warnen deshalb vor dem Gang ins Solarium. Falls man dennoch Solarien nutzen möchte, dann sollten Geräte des Typs 4 und 5 in jedem Fall gemieden werden. Sie sind derart leistungsstark, dass sie die Mittagssonne in den Tropen um das Drei- bis Vierfache übertreffen. Weiterhin sollten ausschließlich Solarien besucht werden, die kompetente Beratung, einwandfreie Hygiene und regelmäßig gewartete Geräte bieten. Eben hierfür wurde ein neues Gütesiegel ins Leben gerufen.
Zertifiziertes Solarium
Im Frühjahr 2004 wurde das erste Solarium mit dem Gütesiegel 'Zertifiziertes Solarium' ausgezeichnet. Zuvor erstellte ein Arbeitskreis namens 'Runder Tisch Solarien' unter der Leitung des Bundesamtes für Strahlenschutz einen Kriterienkatalog, wie ein vorbildlicher Solariumsbetrieb aussehen müsste. An diesem Runden Tisch waren nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die Verbände der Solarienindustrie und die Deutsche Krebshilfe beteiligt.
Demnach soll in einem 'Zertifizierten Solarium' die kompetente und ausführliche Beratung an erster Stelle stehen. Außerdem gibt es enge Vorgaben für die Hygienestandards und an die Wartungsvorschriften der Sonnenbänke.
Besucht ein Kunde zum ersten Mal das Solarium, wird er zunächst über Risiken der künstlichen UV-Strahlung aufgeklärt. Eine Broschüre mit Ausschlusskriterien informiert beispielsweise, welche Personen ein Solarium nicht benutzen sollen. Dazu gehören Menschen, die dem Hauttyp 1 angehören (helle Haut, blonde oder rote Haare und helle Augen), jünger als 18 Jahre sind, mehr als 50 Pigmentmale (Leberflecke) haben oder nahe Verwandte haben, bei denen bereits maligne Melanome aufgetreten sind.
Anschließend ermittelt das Personal eines 'Zertifizierten Solariums' den individuellen Hauttyp des Kunden. Dieser wird anhand von zehn einfachen Fragen wie die nach der Augenfarbe oder der Anfälligkeit für Sonnenbrand bestimmt.
Der Hauttyp, der Grad der Vorbräunung und die Zahl der bisherigen Solariumsbesuche lassen dann Rückschlüsse auf die Erstbestrahlungsintensität und -dauer zu. Zum Abschluss erstellt das Personal einen Besonnungsplan, in dem genau protokolliert wird, wann wie lange besonnt wird. So können Überdosierungen oder zu kurze Pausen zwischen den Besonnungen vermieden werden. Eine detaillierte Einführung in die Gerätebedienung und die Empfehlung einer Schutzbrille runden das Informationsangebot ab.
Noch sind es wenige
Von den insgesamt etwa 6.000 Solarien in Deutschland sind bislang erst knapp 40 Solarien mit dem Prüfzertifikat ausgezeichnet. Zum einen mag das an den Zertifizierungs-Kosten von etwa 1.000 Euro für den Betreiber liegen. Zum anderen haben wohl viele Solarieninhaber Bedenken, ob die Zertifizierung nicht zu Umsatzeinbußen führen könnte, weil Kunden zur 'beratungs-freien' Konkurrenz wechseln.
Es ist wie immer in der Marktwirtschaft: Der Kunde entscheidet letztlich über das Angebot. Wenn er bereit ist, sich beim ersten Besuch fünf bis zehn Minuten Zeit für ein Beratungsgespräch zu nehmen, dann profitieren nicht nur die seriösen und kompetenten Solariumsbetreiber. Vor allem profitiert das allerwichtigste: die eigene Gesundheit.
von Markus Schall
Quelle: www.wdr.de
Vor dem Urlaub möchten sich viele vorbräunen. Deshalb haben selbst im Sommer Solarien Hochkonjunktur. Dass viele Dermatologen vor dem künstlichen Vorbräunen in der Heimat warnen und darauf hinweisen, dass das Vorbräunen eher schadet als nützt, scheint den meisten dabei egal zu sein.
Für das Braunwerden durch natürliche Sonnenstrahlung ist sowohl UVA- als auch UVB-Licht verantwortlich. Der UVB-Anteil des Lichts ist für den Aufbau des natürlichen Sonnenschutzes verantwortlich. Gewöhnt man sich langsam an die Sonne, dann verdickt sich die Hornhaut (Lichtschwiele) und die Melaninproduktion kommt nach und nach in Gang. Übertreibt man es mit dem Sonnenbaden, dann verursachen die UVB-Strahlen einen Sonnenbrand. Zudem galten die UVB-Strahlen lange Zeit als alleinige Ursache für Hautkrebs.
Genau deshalb wurden in Sonnenbänken Röhren eingesetzt, bei denen der UVB-Anteil fast vollständig herausgefiltert wurde. Die Sonnenbrand-freundlichen Röhren produzierten fast ausschließlich UVA-Licht. Mittlerweile weiß man aber, dass UVA-Strahlen nicht nur die Haut älter machen, sondern auch an der Hautkrebsentstehung beteiligt sind. Sie dringen tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlen und sie können im Solarium nur dann braun machen, wenn ihr Anteil weit über dem natürlichen UVA-Gehalt der Sonne liegt. Bei manchen Geräten ist dieser Anteil um das 10- bis 15-fache erhöht.
Viele Dermatologen warnen deshalb vor dem Gang ins Solarium. Falls man dennoch Solarien nutzen möchte, dann sollten Geräte des Typs 4 und 5 in jedem Fall gemieden werden. Sie sind derart leistungsstark, dass sie die Mittagssonne in den Tropen um das Drei- bis Vierfache übertreffen. Weiterhin sollten ausschließlich Solarien besucht werden, die kompetente Beratung, einwandfreie Hygiene und regelmäßig gewartete Geräte bieten. Eben hierfür wurde ein neues Gütesiegel ins Leben gerufen.
Zertifiziertes Solarium
Im Frühjahr 2004 wurde das erste Solarium mit dem Gütesiegel 'Zertifiziertes Solarium' ausgezeichnet. Zuvor erstellte ein Arbeitskreis namens 'Runder Tisch Solarien' unter der Leitung des Bundesamtes für Strahlenschutz einen Kriterienkatalog, wie ein vorbildlicher Solariumsbetrieb aussehen müsste. An diesem Runden Tisch waren nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die Verbände der Solarienindustrie und die Deutsche Krebshilfe beteiligt.
Demnach soll in einem 'Zertifizierten Solarium' die kompetente und ausführliche Beratung an erster Stelle stehen. Außerdem gibt es enge Vorgaben für die Hygienestandards und an die Wartungsvorschriften der Sonnenbänke.
Besucht ein Kunde zum ersten Mal das Solarium, wird er zunächst über Risiken der künstlichen UV-Strahlung aufgeklärt. Eine Broschüre mit Ausschlusskriterien informiert beispielsweise, welche Personen ein Solarium nicht benutzen sollen. Dazu gehören Menschen, die dem Hauttyp 1 angehören (helle Haut, blonde oder rote Haare und helle Augen), jünger als 18 Jahre sind, mehr als 50 Pigmentmale (Leberflecke) haben oder nahe Verwandte haben, bei denen bereits maligne Melanome aufgetreten sind.
Anschließend ermittelt das Personal eines 'Zertifizierten Solariums' den individuellen Hauttyp des Kunden. Dieser wird anhand von zehn einfachen Fragen wie die nach der Augenfarbe oder der Anfälligkeit für Sonnenbrand bestimmt.
Der Hauttyp, der Grad der Vorbräunung und die Zahl der bisherigen Solariumsbesuche lassen dann Rückschlüsse auf die Erstbestrahlungsintensität und -dauer zu. Zum Abschluss erstellt das Personal einen Besonnungsplan, in dem genau protokolliert wird, wann wie lange besonnt wird. So können Überdosierungen oder zu kurze Pausen zwischen den Besonnungen vermieden werden. Eine detaillierte Einführung in die Gerätebedienung und die Empfehlung einer Schutzbrille runden das Informationsangebot ab.
Noch sind es wenige
Von den insgesamt etwa 6.000 Solarien in Deutschland sind bislang erst knapp 40 Solarien mit dem Prüfzertifikat ausgezeichnet. Zum einen mag das an den Zertifizierungs-Kosten von etwa 1.000 Euro für den Betreiber liegen. Zum anderen haben wohl viele Solarieninhaber Bedenken, ob die Zertifizierung nicht zu Umsatzeinbußen führen könnte, weil Kunden zur 'beratungs-freien' Konkurrenz wechseln.
Es ist wie immer in der Marktwirtschaft: Der Kunde entscheidet letztlich über das Angebot. Wenn er bereit ist, sich beim ersten Besuch fünf bis zehn Minuten Zeit für ein Beratungsgespräch zu nehmen, dann profitieren nicht nur die seriösen und kompetenten Solariumsbetreiber. Vor allem profitiert das allerwichtigste: die eigene Gesundheit.
von Markus Schall
Quelle: www.wdr.de