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UVB-Strahlen zu 75-90 Prozent für Produktion von Vitamin D verantwortlichDer Mangel an Vitamin D ist einer der wichtigsten Ursachen für Herzinsuffizienz. Das berichten Wissenschaftler der Universität Bonn in Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen in einer jetzt veröffentlichten Studie (Journal of the American College of Cardiology).
Der Mensch "produziert" sein Vitamin D selbst vor allem durch UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium. "75 bis 90 Prozent entstehen bei UVB-Bestrahlung in der Haut, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf", erklärt der Leiter der Bonner Studie, Dr. Armin Zimmermann
15 Millionen leiden an Herzinsuffizienz
Die Zahlen sind dramatisch: 15 Millionen Menschen weltweit leiden unter einer Herzinsuffizienz, ein bis drei Prozent aller Deutschen sind betroffen, jeder hundertste Euro, den die Krankenkassen zahlen, wandert in Diagnose, Therapie oder Prävention der chronischen Herzschwäche.
Dennoch ist die Prognose schlecht: Jeder zweite Patient - egal, ob jung oder alt - stirbt innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Erkrankung diagnostiziert wurde.
Ursache: Mangel an Sonne
Wer tagein, tagaus ein Schattendasein im Büro fristet und in der Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher oder am Computer sitzt, bildet zu wenig Vitamin D. Und in den Wintermonaten reicht die Intensität der UVB-Strahlung im Sonnenlicht nicht aus - zumindest nicht in unseren Breiten. "In Industrieländern ist Vitamin D-Mangel ein häufiges Phänomen", resümiert Dr. Zittermann.
Was ist Herzinsuffizienz?
Bei einer Herzinsuffizienz ist der Hohlmuskel so geschwächt, dass er nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, um Organe und Muskulatur ausreichend zu versorgen. Die Patienten ermüden nach der geringsten Anstrengung, der Puls jagt, die Luft wird knapp. Aufgrund der schlechten Durchblutung versagen die Nieren ihren Dienst und können den Körper nicht mehr ausreichend entwässern. Folge: Wassereinlagerungen im Gewebe, so genannte Ödeme. Das Herz reagiert mit der Ausschüttung des Hormons ANP, das die Flüssigkeitsausscheidung fördert.
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass das Vitamin D in Zellkulturen die Produktion des "Entwässerungshormons" ANP hemmt. Hühner entwickeln unter Vitamin D-Mangel eine Herzschwäche, die wieder verschwindet, sobald Vitamin D mit dem Futter verabreicht wird. Und in Herzmuskelzellen der Ratte konnten Wissenschaftler zahlreiche "Andockstellen" (Rezeptoren) für Vitamin D finden.
Die Studie
Insgesamt nahmen an der weltweit ersten derartigen Studie 54 Patienten mit Herzschwäche und 34 gesunde Kontrollpersonen teil.
Die Wissenschaftler bestimmten die Konzentration von zwei verschiedenen Vitamin D-Varianten im Blut der Probanden: Bei Personen mit Herzinsuffizienz waren die Werte um bis zu 50 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe. Die ANP-Menge war bei den Patienten dagegen auf mehr als das zweifache erhöht. Der Schweregrad der Erkrankung korrelierte mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels. "All das sind starke Hinweise darauf, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D bei der Entstehung der chronischen Herzschwäche eine Rolle spielen könnte", meint Dr. Zittermann. Momentan führen die Forscher eine Anschlussstudie durch, in der sie Herzpatienten Vitamin D verabreichen und kontrollieren, ob sich ihr Zustand bessert.
Vitamin D treibt die "Herzpumpe" an
Das Vitamin spielt unter anderem bei der Regulation der Kalzium-Konzentration im Körper eine Rolle - zum Beispiel, indem es die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm verbessert. Es scheint aber auch den Kalzium-"Umschlag" in den Herzzellen beeinflussen zu können. Damit sich der Muskel zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalzium-Speicher an, den es bei der Entspannung mit Hilfe kleiner "Pumpen" wieder füllt. Vitamin D scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn die aber nicht richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren.
Quelle:
http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2003/017.html
Journal of the American College of Cardiology (Vol. 41 Nr. 1, 2003, S. 105-112)
Der Mensch "produziert" sein Vitamin D selbst vor allem durch UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium. "75 bis 90 Prozent entstehen bei UVB-Bestrahlung in der Haut, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf", erklärt der Leiter der Bonner Studie, Dr. Armin Zimmermann
15 Millionen leiden an Herzinsuffizienz
Die Zahlen sind dramatisch: 15 Millionen Menschen weltweit leiden unter einer Herzinsuffizienz, ein bis drei Prozent aller Deutschen sind betroffen, jeder hundertste Euro, den die Krankenkassen zahlen, wandert in Diagnose, Therapie oder Prävention der chronischen Herzschwäche.
Dennoch ist die Prognose schlecht: Jeder zweite Patient - egal, ob jung oder alt - stirbt innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Erkrankung diagnostiziert wurde.
Ursache: Mangel an Sonne
Wer tagein, tagaus ein Schattendasein im Büro fristet und in der Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher oder am Computer sitzt, bildet zu wenig Vitamin D. Und in den Wintermonaten reicht die Intensität der UVB-Strahlung im Sonnenlicht nicht aus - zumindest nicht in unseren Breiten. "In Industrieländern ist Vitamin D-Mangel ein häufiges Phänomen", resümiert Dr. Zittermann.
Was ist Herzinsuffizienz?
Bei einer Herzinsuffizienz ist der Hohlmuskel so geschwächt, dass er nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, um Organe und Muskulatur ausreichend zu versorgen. Die Patienten ermüden nach der geringsten Anstrengung, der Puls jagt, die Luft wird knapp. Aufgrund der schlechten Durchblutung versagen die Nieren ihren Dienst und können den Körper nicht mehr ausreichend entwässern. Folge: Wassereinlagerungen im Gewebe, so genannte Ödeme. Das Herz reagiert mit der Ausschüttung des Hormons ANP, das die Flüssigkeitsausscheidung fördert.
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass das Vitamin D in Zellkulturen die Produktion des "Entwässerungshormons" ANP hemmt. Hühner entwickeln unter Vitamin D-Mangel eine Herzschwäche, die wieder verschwindet, sobald Vitamin D mit dem Futter verabreicht wird. Und in Herzmuskelzellen der Ratte konnten Wissenschaftler zahlreiche "Andockstellen" (Rezeptoren) für Vitamin D finden.
Die Studie
Insgesamt nahmen an der weltweit ersten derartigen Studie 54 Patienten mit Herzschwäche und 34 gesunde Kontrollpersonen teil.
Die Wissenschaftler bestimmten die Konzentration von zwei verschiedenen Vitamin D-Varianten im Blut der Probanden: Bei Personen mit Herzinsuffizienz waren die Werte um bis zu 50 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe. Die ANP-Menge war bei den Patienten dagegen auf mehr als das zweifache erhöht. Der Schweregrad der Erkrankung korrelierte mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels. "All das sind starke Hinweise darauf, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D bei der Entstehung der chronischen Herzschwäche eine Rolle spielen könnte", meint Dr. Zittermann. Momentan führen die Forscher eine Anschlussstudie durch, in der sie Herzpatienten Vitamin D verabreichen und kontrollieren, ob sich ihr Zustand bessert.
Vitamin D treibt die "Herzpumpe" an
Das Vitamin spielt unter anderem bei der Regulation der Kalzium-Konzentration im Körper eine Rolle - zum Beispiel, indem es die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm verbessert. Es scheint aber auch den Kalzium-"Umschlag" in den Herzzellen beeinflussen zu können. Damit sich der Muskel zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalzium-Speicher an, den es bei der Entspannung mit Hilfe kleiner "Pumpen" wieder füllt. Vitamin D scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn die aber nicht richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren.
Quelle:
http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2003/017.html
Journal of the American College of Cardiology (Vol. 41 Nr. 1, 2003, S. 105-112)