Sonnenschein-Vitamin gegen Tuberkulose?

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Die heilende Wirkung von Licht auf die Tuberkulose ist seit langem bekannt. Aber erst jetzt konnten amerikanische und deutsche Mediziner um Philip Liu den Mechanismus erhellen über den Licht gegen den Tuberkulose-Erreger wirkt. Der Prozess läuft über Vitamin D, das in der Haut aus einer Vorstufe durch Einwirkung von UV-Strahlung gebildet wird
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Die heilende Wirkung von Licht auf die Tuberkulose ist seit langem bekannt. Aber erst jetzt konnten amerikanische und deutsche Mediziner um Philip Liu den Mechanismus erhellen über den Licht gegen den Erreger Mycobacterium tuberculosis wirkt.

Fast gleichzeitig erscheint eine zweite Studie von indonesichen Autoren, die diesen Wirkzusammenhang erklärt.

Eine Kettenreaktion vom Sonnenlicht angestoßen

Der Prozess läuft über Vitamin D, das in der Haut aus einer Vorstufe, 7-Dehydro-Cholesterin, durch Einwirkung von UV-Strahlung gebildet wird.

Aktiviert wird das Vitamin D durch zwei Enzyme, 1,25-Di-Hydroxy-Vitamin-D.
Dieses "aktive Vitamin D" kann nun in menschlichen Monozyten, den weißen Blutkörperchen, die Produktion von Cathelicidin anwerfen. Und dieses Peptid ist ein Gift für Bakterien wie den Tuberkulose-Erreger.

Ausgelöst wird die gesamte Abwehrreaktion durch Rezeptor-Proteine, die bestimmte Muster der Bakterien erkennen, "toll-like receptors" (TLR). Die Forscher konnten zeigen, dass Aktivierung der TLR die Produktion sowohl eines Vitamin-D-Rezeptors auslöst als auch des Enzyms, das für die zweite Stufe der Aktivierung des Vitamins zuständig ist.

Damit ist die Kette geschlossen.

Besonders betroffen: Dunkelhäutige Menschen in unseren Breiten

Die Studie scheint auch erklären zu können, warum Afroamerikaner anfälliger für Tuberkulose sind als Europäer und die Krankheit bei ihnen schneller fortschreitet. Das Melanin, das die Haut dunkel färbt, hindert das UV-Licht am eindringen in die Haut. Das ist in der heißen Sonne Afrikas kein Problem, dort bleibt noch genug über, es kann aber in größerer Entfernung zum Äquator zu Vitamin-D-Mangel führen. Und damit auch zu geringerer Produktion des Abwehrstoffs Cathelicidin.