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| BfS-Richtlinien Zertifizierung ist unabdingbar Das Thema Zertifizierung schlägt nach wie vor hohe Wellen. Die anvisierte Zahl von 200 bis 250 zertifizierten Studios bis Ende dieses Jahres scheint nicht erreichbar. SONNE & mehr sprach auf der SOLARIA mit Markus J. Braun, Geschäftsführer der SGB mbH. SGB Service-Gesellschaft; für die Besonnungsbranche mbH ' SONNE & mehr: Hallo Herr Braun, Sie sind nahe am Markt und verfolgen den Zertifizierungsprozess, der leider nur schleppend verläuft, sehr genau. Von da her einige, zum Teil auch provokante Fra gen an Sie. Warum sollte ein Betreiber sein Sonnenstudio überhaupt zertifizieren las sen? Markus J. Braun: Um ein Alleinstellungs merkmal zu erlangen. SONNE & mehr: Welcher Nutzen liegt darin? Markus J. Braun: Ein Alleinstellungs merkmal hat die wichtige Eigenschaft, dass es werbewirksam eingesetzt werden kann und die Konkurrenz im Schnitt einige Monate braucht, um gleichzuziehen. Mit dem RTS-Zertifikat kann man beim Verbraucher effizient punkten, nach dem Motto: „Wir helfen euch, den gesunden Mittelweg zwischen den pathologischen Grenzfällen vollständige Sonnenentwöh nung und übermäßige Bräune zu gehen. Eure Haut ist uns wichtig." So können nachhaltig aus Nichtnutzern neue Kunden werden. SONNE & mehr: Aber irgendwann hat dann die Konkurrenz gleichgezogen. Markus J. Braun: Die RTS-Zertifizierung eröffnet jedem Solarienbetrieb drei unter schiedliche Chancen: Erstens ein kurzfris tiger Nutzen; die Investition rentiert sich bei Bindung einer bestimmten Zahl Neu kunden. Zweitens ein mittelfristiger Nut zen; ein Studio gewinnt enorm an Dyna mik, wenn es auf Grundlage des RTS-Zer-tifikates konsequent seine eigene Marke ausbaut; etwas eine Weiterqualifikation der Mitarbeiterinnen. Drittens ein langfris tiger Nutzen, denn der Verbraucher weiß es zu schätzen, in einem Studio mit RTS-Zertifikat sich zu sonnen. SONNE & mehr: Es ist zu hören, dass sich stark besonnende Kunden von einem zer tifizierten Betrieb abwenden? Markus J. Braun: Die entscheidende Frage ist, ob die Zahl dieser Kunden in den nächsten Jahren größer werden wird? Ist sie in den letzten vier Jahren größer ge worden? Und dann erlauben Sie bitte, mit der Fehlinformation aufzuräumen, dass stark besonnende Kunden im zertifizierten Son nenstudio nicht mehr gehalten werden können: Der mündige Bürger darf auch im RTS-zertifizierten Studio bei zweifa cher Äquatorsonne bis zu 24 Minuten son nen. Das sind die Obergrenzen, bei denen die Besonnung automatisch beendet wird. Die Frage an die Solarienbetreiber lautet, wo und wie viel Verlust sie mit dieser Be grenzung machen? SONNE & mehr: Warum haben bislang so wenige Sonnenstudios das RTS-Zertifi kat erlangt? Markus J. Braun: Die Herausforderung besteht darin, die RTS-Zertifizierung in ein strategisches Gesamtkonzept einzubet ten. Sowohl auf Verbandsebene als auch auf Studioebene. Wir möchten uns nur zur Studioebene äußern. So ist von einer Grundmenge von schätzungsweise 3000 zertifizierungsfähi-gen Sonnenstudios auszugehen. Fünf Vo- raussetzungen müssen nun zusammen kommen, damit sich ein Studiobetreiber für die Zertifizierung entscheidet. Erstens muss er unternehmerische Basisfähigkei ten haben. Zweitens muss das Studio eine Positionierung, ein Konzept, ein Leitbild, eine Strategie und Pläne haben. Drittens muss der Betrieb das Prinzip der kontinu ierlichen Verbesserung verinnerlicht ha ben. Viertens darf das Studio keine uralten oder extrem seltenen Geräte führen. Und fünftens muss Geld in der Kasse sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Solarienbetrieb diese fünf Voraussetzun gen gleichzeitig erfüllt sind, ist sehr ge ring. Die Grundmenge reduziert sich so auf wenige Hundert Studios. SONNE & mehr: Was sind die größten Hindernisse? Markus J. Braun: Will sich ein Betrieb zertifizieren lassen, dann muss der Betrei ber und seine Angestellten einen Plan aus arbeiten, der alle Vorbereitungen bis zur Begehung (Audit) berücksichtigt. Es müs sen Termine gesetzt und Verantwortlich keiten vergeben werden. Konsequentes Projektmanagement - dann ist die RTS-Zertifizierung ein Kinderspiel. Das größte Hindernis ist demnach die Bündelung der personellen Ressourcen. SONNE & mehr: Wurden RTS-Zertifikate schon einmal auf Grundlage eines Audits verweigert? Markus J. Braun: Bei der SGB ist dies noch nicht vorgekommen. Im Rahmen ei nes Gesprächs zwischen SGB und Studio betreiber wird schnell klar, ob das Projekt überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Ist der Erfolg erwartbar, werden dann aber beim Audit Abweichungen erkannt, so lassen sich diese immer innerhalb der achtwöchi-gen Nachbesserungsfrist beseitigen. SONNE & mehr: Wie lange dauert der Prozess bis zur Erlangung des RTS-Zertifi-kates? Markus J. Braun: Wir haben Kunden, die seit zwei Jahren auf ihre Betriebsbücher warten. Und wir haben Kunden, die mon tags zum ersten Mal anrufen, donnerstags auditiert werden und samstags das Zertifi kat in ihrem Studio anbringen dürfen. SONNE & mehr: Was kommt nach der RTS-Zertifizierung? Markus J. Braun: Die SGB begleitet ihre Kunden für einige Wochen hinsichtlich Marketing und PR-Arbeit. Wir kontaktie ren beispielsweise lokale Redaktionen und informieren sie möglichst objektiv und sachlich über das Qualitätssiegel und die damit verbundene Verbesserung im Ver braucherschutz. Außerdem organisieren wir Treffen zer-tifizierter Sonnenstudios zwecks Erfah-rungsaustauschs. Wir informieren unsere Kunden für die Dauer von drei Jahren über alles Wesentliche zum Thema RTS-Zertifi zierung. Und wir überwachen für die Dau er von drei Jahren die Einhaltung der RTS-Kriterien. SONNE & mehr: Was raten Sie den Son- npnstlirlio?' Markus J. Braun: Wir beraten weder die Sonnenstudio eit hauttypgerecht und absolut begrenzt? Er folgt eine ausführliche Beratung des Erst kunden mit Hauttypbestimmung, Nen nung der Ausschlusskriterien und ßeson-nungsplan? SONNE & mehr: Zertifizierung nach RTS-Kriterien - ein spannendes Thema, das unsere Branche sicher noch lange beglei ten wird. Herr Braun, wir danken für das Gespräch. < |
Quelle: Sonne und mehr Magazin
www.sonneundmehr-magazin.de