Psychosomatisch?

Gast
Es gibt Erkrankungen, bei denen die Ursache auf herkömmliche medizinische Weise nicht gefunden und somit auch nicht behandelt werden kann, bzw. alle ausprobierten Therapiemethoden führen zu keinem Erfolg.

Die Diagnosen sind in solchen Fällen oft vage oder brutal und reichen von "Wir versuchen noch mal was anderes" über "Eingebildeter Kranker" bis hin zu "Austherapiert".

In verständnisvollen Praxen kann es den Ratschlag geben, eine psychotherapeutische Behandlung zu versuchen, um dem seelischen Problem auf dem Grund zu gehen.
Der Hinweis auf eine Psychotherapie erschreckt und verunsichert oft noch mehr, weil man doch "nur" eine körperliche Erkrankung hat und weder "was im Kopf noch an den Nerven".

Dabei gibt es schon seit langem in der Medizin sieben klassische psychosomatisch anerkannte Krankheitsbilder:

- Asthma bronchiale - Anfälle von Atemnot
- Colitis ulcerose - Dickdarmentzündung
- essentielle Hypertonie - Bluthochdruck
- Hyperthyreose - Überfunktion der Schilddrüse
- Neurodermitis - chronische Hauterkrankung
- rheumatoide Arthritis - best. Form der Gelenkerkrankung
- Ulcus duodeni - Zwölffingerdarmgeschwür

Grundsätzlich gibt es auch bei anderen Erkrankungen einen seelischen Hintergrund. Oft spielt die familiäre oder berufliche Situation eine Rolle, manchmal sind es Denk- Sicht- oder Handlungsweisen.

In der nächsten Zeit erscheinen hier im Forum dazu einige Beiträge.

Bis dahin - alles Gute wünscht

Ursula
Gast
Hallo,
eigentlich ist es doch komisch, wenn ein Erwachsener psychosomatische Krankheiten hat, dann "ist er ein bischen gaga" (man denke nur an die Migräne, keine gesellschaftlich anerkannte Krankheit ), wobei es ja meistens die Frauen sind, die am ehesten zugeben können, dass sie psychosomatisch erkrankt sind.
Bei Kindern ist das völlig normal! Ich denke da an "Reisefieber", "Weihnachtserbrechen"(ohne voher Kekse und Schokolade genascht zu haben )und auch bei Kinderneurodermitis wird sogar vom Arzt gefragt, ob "zu Hause alles in Ordnung ist"!
Und wenn man erwachsen ist, dann soll man nicht mehr vor Aufregung Übelkeit bekommen, vor Anspannung aus der "Haut fahren" (Neurodermitis) usw???
Ich kann mir noch viel mehr Erkrankungen vorstellen, als die 7!
Zum Glück wird es auch durch die Medien (z.B. Dr. Gerhardt ZDF ) immer mehr in die Öffentlichkeit getragen, dass eigentlich bei jeder Krankheit auch die Psyche eine Rolle spielt, in einigen (vielen?) Fällen halt die Hauptrolle! Und dass nicht nur Pillen und Spritzen gesund machen, sondern auch "Seelenpflege"

Ich freue mich schon auf die Beiträge hier!

Gruß
Angelika
Gast
Hallo Angel95,

es gibt schon mehr psychosomatische Erkrankungen als die oben aufgeführten sieben - da liegst du völlig richtig. Und auch darin, das dieser Seite der Medizin heute immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil es durch jeder Art der Medien viel bessere Aufklärungsmöglichkeiten über diese Zusammenhänge gibt.

Leider gibt`s aber trotz allem Verständis auch die eigenartige Meinung: "Bei anderen Betroffenen ist das so, aber in meinem Fall muß es eine organische Ursache geben...!!!" ...und schon ist wieder die Stelle erreicht, wo der Zugang für seelische Probleme und die Lösung dazu "dichtgemacht" wird.

Die "sieben Klassiker" der Psychosomatik sollen ein Anfang für das große Thema sein - ich kann aber auch mit der Migräne beginnen (Classical migraine - migraine accompagnée - common migraine).

(In meiner Ausbildung hab ich auch gelernt, das die Migräne statt des Zwölffingerdarmgeschwürs zu den anerkannten Erkrankungen gehört... . Da das aber schon ein paar Jahre her ist, habe ich mich bei der Aufzählung an die aktuelle Ausgabe der "Psychosomatischen Medizin" gehalten und da steht`s so wie angegeben.)

Bis dahin

Ursula
Gast
Hallo Ursula,
da hast Du Dir ja einiges vorgenommen Ich finde es super, dass Du Dein Wissen hier allen zu Verfügung stellst, in der heutigen Zeit auch ehr eine Seltenheit geworden.
Also wie gesagt, ich freu mich schon drauf, egal mit welcher Erkrankung Du anfängst, auch wenn ich von Migräne (welche Form weiß ich nicht ) selber betroffen bin. Natürlich liegt bei mir eine Allergie vor . Nein, es ist stressabhängig, aber mal sehen, was Du so dazu weißt, bestimmt mehr als mein Hausarzt .

Liebe Grüße
Angelika
Gast
Hi Angel95,

ich bin gerade dabei den Migräne-Beitrag vorzubereiten, da find ich eher zufällig einen tollen Link zu dem Thema, den ich dir vorab schon mal ans Herz legen möchte:

http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/psychologie990308.html

Liebe Grüße

Ursula