visus
Spanner glotzte in die Röhre
Sonnenbank-Gaffer wurde auf frischer Tat ertappt.
Von Iris Reichstein
Quelle: Freies Wort
Sonnenbank-Gaffer wurde auf frischer Tat ertappt.
Von Iris Reichstein
| Zitat: |
| Die Überwachungskamera beobachtete den Schlüssellochgucker beim Gaffen im Sonnenstudio. Repro: camera900.de Sonneberg – In den prüden 50er Jahren lohnte es sich für Spanner noch, einen verbotenen Blick auf die barbusige Weiblichkeit zu riskieren. Aber in der heutigen freizügigen Zeit haben es Voyeure nicht mehr so schwer, sollte man meinen. Dennoch verließ einer der Schlüssellochgucker seine vier Wände und suchte den visuellen Live-Kick in zwei Sonneberger Sonnenstudios. Prompt wurde er selbst Opfer eines versteckten Beobachters – nämlich einer Überwachungskamera. Mit Hilfe des eindeutigen Videos wurde der Gaffer am vergangenen Sonntag auf frischer Tat ertappt. Das erste Mal hatte der heimliche Zuschauer am 30. September in einem Studio in der Köppelsdorfer Straße versucht, einen Blick auf die Dame zu erhaschen, die es sich unter der Sonnenbank bequem gemacht hatte. Dabei verlangte sich der 34-Jährige schon im Vorfeld einige körperliche Mühen ab, als er von der Nachbarkabine über die Trennwand in den Raum kletterte. Die sich bräunende nackte Weiblichkeit erschrak natürlich, als plötzlich vor dem Spalt des Solariums ein Paar Beine auftauchte und raunzte die Beine also an, sie mögen samt der dazugehörigen Person sofort aus der Kabine verschwinden. Doch anstatt nach diesem Rüffel das Weite zu suchen, linste der Mann noch einmal dreist durch die halb geöffnete Tür. Scheinbar war auch aus dieser Perspektive nicht genug zu erkennen und so probierte der Eindringling sein Glück bei einer anderen Dame in einer anderen Kabine – diesmal durch den Lüftungsspalt hindurch. Die Kamera im Vorraum des Sonnenstudios nahm in der Folge die Versuche des heimlichen Beobachters auf, mit Hilfe von fast akrobatischen Verrenkungen doch noch einen Blick auf nacktes Fleisch erhaschen zu können. Die beiden Sonnenanbeterinnen kamen letztlich zwar frisch gebräunt, aber sichtlich erbost aus den Kabinen und versuchten den frechen Lüstling ausfindig zu machen. Ohne Erfolg, denn der hatte sich bereits aus dem Studio geschlichen. Die Polizei wurde sofort informiert, konnte jedoch nichts machen, da sie den Mann auf den Videoaufnahmen schlecht erkennen konnte. Die einzige Möglichkeit bestand darin, in der folgenden Woche des öfteren mit einer Zivilstreife am Sonnenstudio in der Köppelsdorfer Straße zu halten. Am vergangenen Sonntag ergab sich dann endlich die Chance, den Spanner zu schnappen, als dieser seine sonntägliche Stippvisite in einem Fitness-Studio machte. Dessen Besitzer war von einem Kunden gewarnt worden, dass momentan ein Spanner sein Unwesen treibe und schaute sich die Bänder seiner Überwachungskamera noch einmal genauer an. Darauf erkannte er einen Mann, der sich an den Türen der Sonnenkabinen zu schaffen machte. In der Tat hatte sich der Schlüssellochgucker im Vorfeld sehr viel Mühe gegeben und technisches Talent beim Manipulieren der Türschlösser bewiesen, um nicht wieder mühevoll über die Wand klettern zu müssen. Normalerweise sind die Türen der Sonnenkabinen nur von innen zu verriegeln und zu öffnen. Mit einer Schraube, die der findige Kerl in die Verriegelung des Schlosses gedreht hatte, konnte er die manipulierte Tür aber auch von außen öffnen. Der Besitzer verständigte die Kripo, wartete aber nicht bis zum Eintreffen der Beamten, sondern spielte selbst Sheriff und stellte den Übeltäter auf frischer Tat. Als die Polizei eintraf, saß der Ertappte zusammengekauert auf einer Couch, und ließ sich wie ein Häufchen Elend abführen. Auf der Wache hatte er laut Kripochef Bodo Rädlein unter Tränen alles sofort gestanden. Der reuige Sünder ist nach Angaben der Polizei psychisch labil und sich seiner sexuellen Störung bewusst. Er hatte zu Protokoll gegeben, es sei nie seine Absicht gewesen, die Frauen in irgendeiner Weise zu begrapschen oder zu schädigen, er habe nur einen Blick riskieren wollen. Da es sich nicht um Stalking, also das wiederholte Verfolgen oder Belästigen einer Person, handelt, muss der Täter mit einer Anzeige wegen sexueller Belästigung und Sachbeschädigung rechnen. Der junge Mann versprach eine Therapie zu machen. Außerdem wurde sein bester Freund von der Kripo dazu angehalten, den Voyeur künftig im Auge zu behalten. Nach Einschätzung von Rädlein sei der Missetäter durch den Schock aber ohnehin erst mal geheilt. Und sollte es ihn doch wieder einmal überkommen – wir kennen da einige passende Etablissements in Sonneberg. Für nur 30 Euro bekommt man etwa bei der „schokobraunen Maria“ zum Gucken sogar noch eine Erotikmassage dazu. |
Quelle: Freies Wort