Alles Kappes?

Redaktion
Alles Kappes?
Kohlvariationen auf den Teller
von Jochen Schmitz

Kohlgemüse haben im Herbst Hochkonjunktur. Schon lange gilt das Image vom „Arme-Leute-Essen“ als abgelegt und Kohl gilt mittlerweile als wertvolle Beilage mit Vitaminen und Mineralstoffen. Deshalb sollte auch die Sportlerküche nicht auf dieses Gemüse verzichten und sich seine schmackhaften und gesunden Vorzüge zu eigen machen.


Der Weiße
Die bekannteste aller Kopfkohlarten gilt eigentlich als typisch deutsches Gemüse, obwohl die Urform ursprünglich nicht aus Deutschland kommt, sondern an den Küsten des Mittelmeers angebaut wird. Botanisch gesehen gehören alle Kohlarten zu den Kreuzblütlern und sind in Deutschland ganzjährig erhältlich. Nicht zuletzt aufgrund seiner Inhaltsstoffe ist der Weißkohl ein beliebtes Lebensmittel, das nennenswerte Mengen der Mineralstoffe Kalium, Eisen sowie Vitamin B6, C und K besitzt. Zudem sind Senföle enthalten, die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören, denen verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden. Vor der Zubereitung kann Weißkohl einige Tage problemlos im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ist der Kopf bereits angeschnitten, sollte dieser mit Folie abgedeckt gelagert werden. Eine besondere Form des Weißkohls stellt der Spitzkohl dar, der etwas kleiner, weniger fest, aber insgesamt feiner im Geschmack und leichter verdaulich ist – mit Weitblick auf die Mitmenschen sicherlich ein wichtiges Kriterium!

Der Rote
Seine kräftig-rote Farbe verdankt das Gemüse so genannten Anthocyanen – sekundären Pflanzenstoffen, die dem Gemüse einen gesunden Charakter verleihen. Aufgrund seiner festen Zellstruktur sollten besonders magenempfindliche Personen darauf achten, Rotkohlspeisen mit verdauungsfördernden Gewürzen wie Kümmel zu versetzen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Sowohl roh im Salat sowie gedünstet als Gemüse lässt sich der Rote vielseitig einsetzen. Zusammen mit Äpfeln, Zwiebeln, Maronen oder Backpflaumen ist er eine perfekte Beilage. Ein Spritzer Zitronensaft oder ein gewürfelter säuerlicher Apfel lässt das Rot intensiver erscheinen – das Auge isst schließlich auch mit!

Der Asiat
Chinakohl fällt durch seine äußere Form auf, denn der sonst typische Strunk fehlt vollständig. Traditionell seit dem 5. Jahrhundert in China angebaut, kam diese Kohlvariante erst Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa und erfreut sich seitdem größter Beliebtheit. Dazu tragen sicherlich der dezente Geschmack sowie die gute Verdaulichkeit bei, denn auch kohlempfindliche Personen können Chinakohl problemlos vertragen. Die Kohlsorte mit dem höchsten Wasseranteil (circa 95 Prozent) besticht zudem durch einen bemerkenswerten Anteil an Kalium, Eisen sowie Folsäure und Vitamin C – Gemüse mit diesen Inhaltsstoffen gehören täglich auf den Speiseplan des Läufers. Chinakohl sollte nach dem Kauf maximal zwei Tage aufbewahrt werden – besser ist jedoch eine sofortige Verarbeitung.

Der Kleine
Als eine der jüngsten Kohlarten entstand der Rosenkohl vor etwa 100 Jahren in der Gegend von Brüssel und ist deswegen auch unter dem Namen Brabanter oder Brüsseler bekannt. Er enthält Kalium, Eisen, Vitamin C und K sowie Folsäure. Für die Zubereitung eignet sich besonders frisch eingekaufter Rosenkohl. Im Kühlschrank ist er nur wenige Tage haltbar. Vor dem Dünsten in Salzwasser empfiehlt es sich, die äußeren Blätter und den Stängelansatz zu entfernen. Feinschmecker übergießen frisch gegarten Rosenkohl mit etwas flüssiger Butter und verzehren ihn zu Geflügel- oder Fleischgerichten. Für Personen, die den intensiven Kohlgeschmack verschmähen, gibt es ein einfaches Mittel: ein wenig Milch beim Garen hinzufügen – diese mildert den typischen Geschmack erheblich!

Der Nordische
Je nach Sorte weisen die Blätter des würzig schmeckenden Grünkohls eine hell- bis dunkelgrüne Farbe auf und kräuseln sich mehr oder weniger. Er ist für seinen hohen Eisengehalt bekannt und liefert zudem Vitamin C, das die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln verbessert. Im Vergleich zu anderen Kohlarten liefert Grünkohl neben viel Kalium einen bedeutenden Anteil an Calcium, das wichtig für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen ist. Typisch norddeutsch, aber auch im übrigen Teil Deutschlands bekannt, ist „Grünkohl mit Pinkel“: Der gedünstete und zerkleinerte Grünkohl wird mit deftigem Fleisch sowie der Pinkelwurst in geselliger Runde serviert.

Quelle: http://www.running-magazin.de/