Redaktion
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
von Anja Dannenberg
Häufigste Ursache für die Erkrankung an Typ-2-Diabetes ist chronisches Übergewicht. Überernährung führt zu einem Mehrbedarf an Insulin, den der Körper jedoch nicht abdecken kann. Zudem entstehen auch Insulinresistenzen. Vielfach gelingt es, allein durch Gewichtsabnahme den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Auch Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte werden dadurch günstig beeinflusst. Die beste Vorbeugung ist dementsprechend, auf ein gesundes Körpergewicht zu achten.
Nicht-insulinpflichtige Diabetiker können mit einer angemessenen Ernährungsweise in Kombination mit einem gesunden Lebensstil die Einnahme von Medikamenten verhindern. Insulinpflichtige Diabetiker können dadurch ihren Stoffwechsel verbessern und Komplikationen vorbeugen. Für sie ist es auch wichtig, die verzehrten Kohlenhydratmengen richtig einzuschätzen und die Insulindosis entsprechend anzupassen. Kohlenhydrattabellen bzw. Austauschtabellen helfen dabei und über kurz oder lang kann jeder Betroffene seine Berechnungen ganz leicht durchführen.
Wann und wie viele kohlenhydrathaltige Speisen ein Diabetiker isst, ergibt sich im Allgemeinen aus seinen Vorlieben und Gewohnheiten. Jedoch müssen auch die therapeutischen Erfordernisse des Einzelnen berücksichtigt werden. Eine allgemeingültige Diabetesdiät gibt es nicht. Auf keinen Fall sollte man pauschal auf all das Verzichten, was gut schmeckt und nicht unbedingt zu den gesunden Lebensmitteln zählt. So baut sich nur Frust auf und niemandem ist geholfen. Die Diät für Diabetiker kann durchaus sehr schmackhaft sein und mit einigen Tricks ist es möglich, trotz Erkrankung so richtig lecker zu schlemmen. Wichtig ist es dafür, einen Ernährungsplan zu erarbeiten, der dem persönlichen Bedarf angepasst ist. Dabei helfen Diätassistenten oder Oecotrophologen.
Wichtig: Der Bedarf des Einzelnen kann sich im Verlauf der Erkrankung ändern und bedarf dann der erneuten Empfehlung und Anpassung.
Diabetiker essen - genauso wie jedermann am besten - vollwertig und gesund:
Dabei spielen Kohlenhydrate aus Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Reis, Früchten und Gemüse die Hauptrolle im Speiseplan. Die Kohlenhydratzufuhr muss jedoch den individuellen Bedürfnissen der Diabetiker entsprechen, für manch einen kann die leichte Begrenzung der Zufuhr sinnvoll sein. Es kann in einigen Fällen z. B. sein, dass die Kohlenhydratmenge anstatt normal 60 % der täglichen Energiezufuhr nur 45 % betragen sollte. Die Kohlenhydrate aus verschiedenen Lebensmitteln gehen unterschiedlich schnell ins Blut (Glykämischer Index). Für Menschen mit Typ 1 Diabetes kann das eine wichtige Rolle spielen. Auch dazu gibt es beispielsweise im Buchhandel Literatur mit entsprechenden Tabellen.
Die meisten Gemüsesorten brauchen wegen ihres geringen Kohlenhydrat-Anteils nicht angerechnet werden und können in großen Mengen verzehrt werden.
Auf tierisches Fett verzichtet man am besten so weit es geht. Produkte wie fettes Fleisch, fette Wurst, Vollmilch und Vollmilchprodukte sowie fettreiche Käse kann man gegen die mageren Varianten eintauschen: Geflügel, fettarmen Fisch, mageren Aufschnitt, fettarmen Käse, etc. Statt Butter und Schmalz gibt es pflanzliche Öle, u. U. auch mal etwas Margarine.
Insgesamt ist es auch nicht ratsam, zu viel Eiweiß aufzunehmen. Ein- bis zweimal Fleisch und Ei in der Woche sollten schon ausreichen. Schauen Sie einmal in ein vegetarisches Kochbuch Sie werden begeistert sein von den tollen Rezeptideen!
Haushaltszucker bewirkt einen schnellen Blutzuckeranstieg und ist deshalb in jeglicher Form für Diabetiker eher ungeeignet. Es gibt aber Ausnahmen: Eine moderate Aufnahme von Haushaltszucker (zirka 30-50g pro Tag) kann bei manchen Diabetikern auch möglich sein. Fruchtzucker lässt den Blutzuckerspiegel deutlich langsamer nach oben steigen. Daher sollten auch Zuckerkranke ruhig regelmäßig Obst essen.
Kalorienfreie Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat oder Aspartam haben keine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und dürfen Speisen oder Getränke von Diabetikern abrunden. Zuckeraustauschstoffe bieten gegenüber Haushaltszucker allerdings keine Vorteile.
Um den Blutzuckerspiegel nicht unnötig zu belasten ist es am besten, wenn mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Dies entlastet den gesamten Organismus.
Trinken ist besonders wichtig - mindestens zwei Liter sollen es am Tag, gut geeignet sind Mineralwasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees.
Alkoholkonsum kann erhebliche Unterzuckerungen auslösen. Diabetiker sollten sich also nur hin und wieder ein Schlückchen gönnen, möglichst keine harten Spirituosen. Insulinspritzende Diabetiker sind gut beraten, wenn sie zum Wein kohlenhydratreiche Speisen essen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.
Beim Lebensmitteleinkauf achten Diabetiker am besten immer auf die Mengenangaben der Kohlenhydrate und der Fette auf den Etiketten. Sie bieten eine gute Orientierungshilfe für die Berechnungen.
Light-Produkte und spezielle Diabetiker-Produkte sind meist fett- und kalorienreicher, häufig auch viel teuer als konventionelle. Das Geld kann man sich auf jeden Fall sparen. Vorsicht: Allein der Begriff "Light" kennzeichnet noch kein für Diabetiker geeignetes Produkt.
Und auch die Kennzeichnung "für Diabetiker geeignet" kann irreführend sein.
Weitere Informationen:
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine Broschüre herausgegeben zum Thema "Essen und Trinken für Zuckerkranke mit Typ-2-Diabetes" (Art.-Nr.: 123025, Preis: 0,50 zzgl. Versand), zu bestellen beim
DGE-Medien Service
Bornheimer Str. 33 b
53111 Bonn
Telefon: 0228 / 909 26 26
Telefax: 0228 / 909 26 10
Email: info@dge-medienservice.de
Das Ernährungsteam des Deutschen-Diabetes-Forschungsinstituts Düsseldorf erläutert in zahlreichen ausführlichen Beiträgen die Grundzüge einer gesunden Ernährungsweise für Diabetiker:
www.diabetes.uni-duesseldorf.de
Ernährungshinweise für Diabetiker (Diabetes mellitus) gibt auch der Diabetiker-Bund Hamburg
www.diabetikerbund-hamburg.de
Über die vorbeugende Wirkung von Vollkornprodukten gibt es Infos im Internet unter
Vollkorn schützt vor Diabetes
Vollkornprodukte beugen Typ-2-Diabetes vor
Buchtipp:
Golay, J.-Ph. Assal
Diabetes und Ernährung
Leitfaden für Betroffene
Karger Verlag
ISBN 3-8055-7480-7
Quelle: www.wdr.de
von Anja Dannenberg
Häufigste Ursache für die Erkrankung an Typ-2-Diabetes ist chronisches Übergewicht. Überernährung führt zu einem Mehrbedarf an Insulin, den der Körper jedoch nicht abdecken kann. Zudem entstehen auch Insulinresistenzen. Vielfach gelingt es, allein durch Gewichtsabnahme den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Auch Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte werden dadurch günstig beeinflusst. Die beste Vorbeugung ist dementsprechend, auf ein gesundes Körpergewicht zu achten.
Nicht-insulinpflichtige Diabetiker können mit einer angemessenen Ernährungsweise in Kombination mit einem gesunden Lebensstil die Einnahme von Medikamenten verhindern. Insulinpflichtige Diabetiker können dadurch ihren Stoffwechsel verbessern und Komplikationen vorbeugen. Für sie ist es auch wichtig, die verzehrten Kohlenhydratmengen richtig einzuschätzen und die Insulindosis entsprechend anzupassen. Kohlenhydrattabellen bzw. Austauschtabellen helfen dabei und über kurz oder lang kann jeder Betroffene seine Berechnungen ganz leicht durchführen.
Wann und wie viele kohlenhydrathaltige Speisen ein Diabetiker isst, ergibt sich im Allgemeinen aus seinen Vorlieben und Gewohnheiten. Jedoch müssen auch die therapeutischen Erfordernisse des Einzelnen berücksichtigt werden. Eine allgemeingültige Diabetesdiät gibt es nicht. Auf keinen Fall sollte man pauschal auf all das Verzichten, was gut schmeckt und nicht unbedingt zu den gesunden Lebensmitteln zählt. So baut sich nur Frust auf und niemandem ist geholfen. Die Diät für Diabetiker kann durchaus sehr schmackhaft sein und mit einigen Tricks ist es möglich, trotz Erkrankung so richtig lecker zu schlemmen. Wichtig ist es dafür, einen Ernährungsplan zu erarbeiten, der dem persönlichen Bedarf angepasst ist. Dabei helfen Diätassistenten oder Oecotrophologen.
Wichtig: Der Bedarf des Einzelnen kann sich im Verlauf der Erkrankung ändern und bedarf dann der erneuten Empfehlung und Anpassung.
Diabetiker essen - genauso wie jedermann am besten - vollwertig und gesund:
Dabei spielen Kohlenhydrate aus Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Reis, Früchten und Gemüse die Hauptrolle im Speiseplan. Die Kohlenhydratzufuhr muss jedoch den individuellen Bedürfnissen der Diabetiker entsprechen, für manch einen kann die leichte Begrenzung der Zufuhr sinnvoll sein. Es kann in einigen Fällen z. B. sein, dass die Kohlenhydratmenge anstatt normal 60 % der täglichen Energiezufuhr nur 45 % betragen sollte. Die Kohlenhydrate aus verschiedenen Lebensmitteln gehen unterschiedlich schnell ins Blut (Glykämischer Index). Für Menschen mit Typ 1 Diabetes kann das eine wichtige Rolle spielen. Auch dazu gibt es beispielsweise im Buchhandel Literatur mit entsprechenden Tabellen.
Die meisten Gemüsesorten brauchen wegen ihres geringen Kohlenhydrat-Anteils nicht angerechnet werden und können in großen Mengen verzehrt werden.
Auf tierisches Fett verzichtet man am besten so weit es geht. Produkte wie fettes Fleisch, fette Wurst, Vollmilch und Vollmilchprodukte sowie fettreiche Käse kann man gegen die mageren Varianten eintauschen: Geflügel, fettarmen Fisch, mageren Aufschnitt, fettarmen Käse, etc. Statt Butter und Schmalz gibt es pflanzliche Öle, u. U. auch mal etwas Margarine.
Insgesamt ist es auch nicht ratsam, zu viel Eiweiß aufzunehmen. Ein- bis zweimal Fleisch und Ei in der Woche sollten schon ausreichen. Schauen Sie einmal in ein vegetarisches Kochbuch Sie werden begeistert sein von den tollen Rezeptideen!
Haushaltszucker bewirkt einen schnellen Blutzuckeranstieg und ist deshalb in jeglicher Form für Diabetiker eher ungeeignet. Es gibt aber Ausnahmen: Eine moderate Aufnahme von Haushaltszucker (zirka 30-50g pro Tag) kann bei manchen Diabetikern auch möglich sein. Fruchtzucker lässt den Blutzuckerspiegel deutlich langsamer nach oben steigen. Daher sollten auch Zuckerkranke ruhig regelmäßig Obst essen.
Kalorienfreie Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat oder Aspartam haben keine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und dürfen Speisen oder Getränke von Diabetikern abrunden. Zuckeraustauschstoffe bieten gegenüber Haushaltszucker allerdings keine Vorteile.
Um den Blutzuckerspiegel nicht unnötig zu belasten ist es am besten, wenn mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Dies entlastet den gesamten Organismus.
Trinken ist besonders wichtig - mindestens zwei Liter sollen es am Tag, gut geeignet sind Mineralwasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees.
Alkoholkonsum kann erhebliche Unterzuckerungen auslösen. Diabetiker sollten sich also nur hin und wieder ein Schlückchen gönnen, möglichst keine harten Spirituosen. Insulinspritzende Diabetiker sind gut beraten, wenn sie zum Wein kohlenhydratreiche Speisen essen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.
Beim Lebensmitteleinkauf achten Diabetiker am besten immer auf die Mengenangaben der Kohlenhydrate und der Fette auf den Etiketten. Sie bieten eine gute Orientierungshilfe für die Berechnungen.
Light-Produkte und spezielle Diabetiker-Produkte sind meist fett- und kalorienreicher, häufig auch viel teuer als konventionelle. Das Geld kann man sich auf jeden Fall sparen. Vorsicht: Allein der Begriff "Light" kennzeichnet noch kein für Diabetiker geeignetes Produkt.
Und auch die Kennzeichnung "für Diabetiker geeignet" kann irreführend sein.
Weitere Informationen:
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine Broschüre herausgegeben zum Thema "Essen und Trinken für Zuckerkranke mit Typ-2-Diabetes" (Art.-Nr.: 123025, Preis: 0,50 zzgl. Versand), zu bestellen beim
DGE-Medien Service
Bornheimer Str. 33 b
53111 Bonn
Telefon: 0228 / 909 26 26
Telefax: 0228 / 909 26 10
Email: info@dge-medienservice.de
Das Ernährungsteam des Deutschen-Diabetes-Forschungsinstituts Düsseldorf erläutert in zahlreichen ausführlichen Beiträgen die Grundzüge einer gesunden Ernährungsweise für Diabetiker:
www.diabetes.uni-duesseldorf.de
Ernährungshinweise für Diabetiker (Diabetes mellitus) gibt auch der Diabetiker-Bund Hamburg
www.diabetikerbund-hamburg.de
Über die vorbeugende Wirkung von Vollkornprodukten gibt es Infos im Internet unter
Vollkorn schützt vor Diabetes
Vollkornprodukte beugen Typ-2-Diabetes vor
Buchtipp:
Golay, J.-Ph. Assal
Diabetes und Ernährung
Leitfaden für Betroffene
Karger Verlag
ISBN 3-8055-7480-7
Quelle: www.wdr.de