Ernährungstipps Erkältungen natürlich behandeln und vorbeugen

Redaktion
Vorbeugung mit Obst und Gemüse


von Anja Dannenberg



Das Immunsystem kann man optimal unterstützen, indem im Speiseplan ein paar entscheidende Dinge berücksichtigt werden. So hat man gute Chancen, den Winter gesund zu überstehen.
Grundsätzlich ist eine vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse das Richtige für unseren Körper. Auch im Winter ist das Angebot an Rotem, Grünem und Gelbem aus dem Pflanzenreich bei uns sehr groß. Früchte aus Übersee beispielsweise haben Saison und sind wahre Vitaminbomben. Auch Tiefkühlkost kann eine gute Alternative sein.


Zum Schutz: Vitamin C


Besonders Vitamin C ist zur Erkältungsabwehr wichtig. Es unterstützt die Abtötung von Erregern, indem es die Bildung von Antikörpern und Interferonen fördert. Eine weitere Schutzwirkung im Körper ist das Abfangen von aggressiven Sauerstoffverbindungen, den so genannten freien Radikalen. Diese greifen Zellen an und können dabei großen Schaden anrichten, z. B. auch das Immunsystem schwächen. Neben Vitamin C haben auch Vitamin E und Beta-Carotin die so genannte antioxidative Wirkung.
Vitamin C wird vom Körper kaum gespeichert. Es kann nicht überdosiert werden, da alles, was zu viel zur Verfügung steht, unverändert über Niere wieder ausgeschieden wird. Eine regelmäßige Aufnahme mit der Nahrung ist daher sehr wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die tägliche Aufnahme von 100 mg Vitamin C. Gerade im Herbst und Winter sind beispielsweise diverse Kohlsorten, Paprika, Kiwis, Mangos und Zitrusfrüchte gute Lieferanten. Auch schwarze Johannisbeeren oder Hagebutten sind sehr reich an Vitamin C.


Gesunde Pflanzenstoffe


Neben den Vitaminen sind noch andere Stoffe für die immunfördernde Wirkung von frischem Obst und Gemüse verantwortlich: Bioaktive Stoffe, auch sekundäre Pflanzenstoffe genannt. Es handelt sich dabei u.a. um Farb-, Duft- und Aromastoffe der Pflanzen. Carotinoide und Flavonoide beispielsweise wirken als Antioxidanzien und machen freie Radikale im Körper unschädlich. Zu dem mobilisieren sie die im Blut vorkommenden Schutzzellen.

Das Spurenelement Zink ist ein Multitalent, es wirkt sowohl vorbeugend als auch therapeutisch gegen Erkältungskrankheiten. Zink ist an vielen Stoffwechselvorgängen des menschlichen Körpers beteiligt und für eine optimale Funktion des Immunsystems unerlässlich. Unter anderem schützt Zink die Schleimhäute und kann so das Eindringen von Viren erschweren.
Zink ist vor allem in Hülsenfrüchten, Rind-, Geflügel- und Lammfleisch, Käse und Vollkornbrot enthalten. Außerdem wird sehr erkältungsanfälligen Menschen von manchen Ärzten geraten, zusätzlich Zink-Histidin-Präparate einzunehmen, um sich vor und während der nächsten Erkältungssaison zu schützen.




Ausreichend Trinken ist sehr wichtig (mindestens 2 Liter am Tag), damit die Schleimhäute gut versorgt und schön feucht sind. Nur so können sie ihre wichtige Abwehrfunktion gegen Krankheitserreger erfüllen. Am besten eignet sich einfach stilles Wasser. Kräuter- und Früchtetees oder Säfte liefern zusätzlich wichtige Vitamine.


Wenn’s zu spät ist: Lindernde Kräuter und Speisen

Bei Schluckbeschwerden und Halsschmerzen kann es helfen, wenn man sich einen Tee aus frischen Salbeiblättern aufbrüht, ihn lauwarm abkühlen lässt und anschließend damit ausgiebig gurgelt.


Tees bzw. Säfte mit Lindenblüten und Holunder sollen den Körper dabei unterstützen gegen Fieber anzukämpfen. Es gibt allerdings keine abgesicherten Studien, die die Wirksamkeit umfassend belegen.


Wenn man seinen Erkältungstee mit Honig süßt, dann profitiert man nicht nur von dessen leicht antiseptischen Wirkung, sondern durch die Süße wird gleichzeitig die Funktion des Bronchialtraktes angeregt.


Schleimlösend wirken u.a. die ätherischen Öle aus Anis, Fenchel, Thymian und Eukalyptus.


In der Naturheilkunde gelten auch Knoblauch und Zwiebeln - roh oder gekocht - als gute Mittel, um Erkältungssymptome zu lindern.

Häppchen für Häppchen

Liegt man mit einer schlimmen Erkältung im Bett, dann mangelt es oft am Appetit. Doch auch jetzt ist es wichtig, über den Tag verteilt immer wieder kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Am besten eignen sich leicht verdauliche Kartoffelspeisen oder Suppen und natürlich Obst und Gemüse in mundgerechten Häppchen bekommt der Kranke schon das ein oder andere hinunter. Und auch hier das Trinken nicht vergessen!


Hausrezept: Hühnersuppe

Wir haben es eigentlich schon immer gewusst: Traditionell zubereitete Hühnersuppe mit Zwiebeln, weißen Rüben, Sellerie, Karotten und Petersilie ist bei Erkältungen nicht nur wohltuend, sondern fördert auch unsere Genesung. Ein Amerikanisches Ärzte-Team von der Universität Nebraska hat die Wirksamkeit von Omas Geflügeleintopf tatsächlich bestätigt. Sie hilft laut einer Studie bei der körpereigenen Bekämpfung von Bakterien und lindert Schnupfen und Hustenreiz. Sowohl die Suppe insgesamt als auch einzelne Zutaten können Entzündungsreaktionen stoppen, indem sie auf die Beweglichkeit bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutrophilen) positiv einwirken. Diese zerstören Bakterien und verzehren Zellreste. Die gesteigerte Aktivität der weißen Blutkörperchen kann die Bildung von Schleim anregen und so bewirken, dass bei Erkältungen die Nase abschwillt und der Hustenreiz nachlässt.

Quelle: www.wdr.de